FC St. Pauli vs. SC Paderborn 2:2

Am Ostermontag also ein Heimspiel gegen den SC aus Paderborn. Dies bedeutete auch ein Wiedersehen mit Mahir Saglik und Deniz Naki. Letzterer wurde bei der Platzinspektion der Gastmannschaft zurecht und vollkommen verdient mit „Who the fuck is Hansa Rostock!?“ begrüßt. Dies aber nur als kurze Einleitung zum Sportlichen. Wie es manchmal so ist, war der Ballsport an diesem Tag nicht der einzige interessante und wichtige Grund, um ins Stadion zu gehen. Vorm Spiel fand noch eine Ganzstadionchoreografie zum Thema „Gegen Homophobie im Fußball“/“Lieb doch, wen du willst“ statt. An dieser Stelle Respekt an die Initiative, die mit ihrem Banner bereits durch einige Stadien dieser hässlichen Republik getourt ist. Weiterer Applaus natürlich auch an die Menschen, die beim Vorbereiten der Choreografie halfen und diese zu 100% unabdingbare Message der Stadion- und Fernseh-Fußball-Schland-Öffentlichkeit zugänglich machten.

Und dann waren da noch die Wunderkerzen. Ich habe mich bereits in zwei Artikeln mit dem Thema befasst, weitere Erläuterungen meiner geneigten Meinung empfinde ich daher als überflüssig. Scheinbar machten sich einige Ordner jedoch einen Spaß aus sinnlosen Verboten seitens des DFB (istgutundgerecht) und untersagten am Einlass das Tragen und zur Schau stellen von einfarbigen Baseballcaps. Jaja, wat heb wi lacht. Beim nächsten Mal bitte etwas mehr Humor, Stiernacken.

Das Spiel war meiner Meinung nach eines der schlechteren in dieser Saison und überhaupt, welches am Millerntor feil geboten wurde.
Das Mittelfeld wurde von den Defensivspielern scheinbar komplett übersehen und fand demzufolge kaum statt. Großchancen wurden nicht mit dem letzten Biss ins Tor gedroschen und das Spiel gegen den ballführenden Spieler der gegnerischen Mannschaft ließ auch zu wünschen übrig. Nichtsdestotrotz habe ich mich über das 1:0 vom Marius gefreut, welches aber leider nach wenigen Augenblicken schon wieder nach eklatanter Abwehrleistung egalisiert wurde. Diese Art der Verpeiltheit nach einer Führung oder einem eigenen Treffer konnte ich schon in den letzten Spielen beobachten. Ich finde das nicht in Ordnung. Kaum hat man aufgehört zu brüllen und befreit sich aus der Umarmung seines Nebenmenschen, muss man schon wieder brüllen, aber diesmal enttäuscht und mit durch überschäumendem Zorn angeschwollenen Grimmigkeitsadern im Gesicht. Passend dazu, dass Mahir Saglik (s.o.) die Führung für die Paderborner erzielte, wobei dieser einen noch abgewehrten Schuss von Deniz Naki (s.o.) vorausgegangen war. Meine Theorie dazu ist, dass Naki Angst hatte zu treffen. Erkennbar wird dies auf den bewegten Bildern kurz vor und nach dem Treffer. Er schubste nämlich Saglik leicht zur Seite, nachdem dieser zum Jubeln in Richtung Nordkurve abgedreht war. Aber auch Saglik war wohl nicht gerade der Treffer seiner Karriere gelungen, der ihn in den Glückshormontempel fliegen ließ. Aus meiner Perspektive hob er leicht entschuldigend die Arme. Irgendwie auch zu spät. Naja, aber wenn einem ein Tor gourmetgleich serviert wird, lässt man es auch nicht liegen.
Die Führung der Paderborner hatte also die Folge, dass der FC Sankt Pauli nun in den letzten Minuten gegen einen Rückstand anrennen und irgendwie den Ball ins Paderborner Tor bekommen musste. Irgendwie war dann in Gestalt von Philip Tschauner (Torwart), der beim Eckball in der 90. Minute mit nach vorne rennt, sich kurz im Strafraum orientiert und den Ball dann per Kopf in das Tor wuchtet. Torwart-Tore zählen doppelt, so spielen das jedenfalls die Straßenkicker in meinem Zweit-Lieblingsstadtteil. Leider ist das Regelwerk des DFB (istgutundgerecht) da anderer Meinung und so konnte man (mal wieder) in letzter Minute einen Punkt retten.
Tschauner danach natürlich der Held des Spiels, zurecht, und dennoch will ich solche schlechten Mannschaftsleistungen in Zukunft nur noch höchst selten sehen.
Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Am nächsten Spieltag geht es nach Dresden, wo ein großer Schritt Richtung Klassenerhalt getan werden kann bzw. sollte.
Es klingt schon wieder in meinen Ohren, das Verlangen nach dem Fahrradscheinwerferantriebsgerät.

Nun gebe ich also ab an den kleinen Mann, der, so lehren es uns die zypriotischen Bankenhoschis, nicht mehr als 100.000€ unantastbares Eigenkapital zu seinen Reichtümern zählen darf. Geier, nix als Geier sind das.
Aus.

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1 Antwort auf „FC St. Pauli vs. SC Paderborn 2:2“


  1. 1 It’s ok to be gay… gegen Homophobie und für Wunderkerzen im Fußball. FC Sankt Pauli – SC Paderborn 2-2. | Der Frittenbuddhist Pingback am 04. April 2013 um 10:24 Uhr
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