FC St. Pauli vs. 1. FC Union Berlin 2:1

Wie immer weit vor Spielbeginn packte mich die Nervosität. Ich habe Hunger, kann aber nichts essen, die Zigaretten schmecken nicht und wenn nicht alles wie immer läuft, verlieren wir.
In meinem zwanghaften Wahn fuhr ich zum Stadion, um meine Wahnliste abzuarbeiten. Zeitung 1 gekauft, Zeitung 2 ist noch nicht da. Erstes schlechtes Omen. Die Zeit bis zum Einlass vertrieb ich mir mit einem leckeren Bier, Warten und Eintrittskartenorganisation für andere Menschen. Das mache ich gefühlt jedes Mal, obwohl ich mir immer sage, dieses Kartenverteilen ist zu stressig, Leute halten sich nicht an die Absprachen und bringen meinen Zeitplan durcheinander. Diesmal lief alles glatt, zwei Menschen aus Berlin wollten Union weinen sehen und warteten mit uns voller Vorfreude auf den Anpfiff.

In der ersten Halbzeit war schnell zu erkennen, dass beide Mannschaften eine ähnlich kompakte Strategie fuhren, die zu einem kampfbetonten, nicht wirklich ansehnlichen Spiel führte. Zwei, drei Chancen gab es auf jeder Seite, aber zwingenden Spielfluss brachte kein Team zustande.
Bei Union stach wie immer der dicke Mattuschka aus dem Team hervor, der mit seinen Weitschüssen Philip Tschauner zu Höchstleistungen zwang. Menschen, die hinter mir standen, unterhielten sich so angeregt über die Körperfülle des beinahe schon Fußballrentners, dass es mir ein Vergnügen war, zuzuhören. Dies hob meine bis dato leicht frustrierte Stimmung.
Irgendwann in der zweiten Halbzeit ging Union dann in Führung, drei Minuten später schoss Sebastian Schachten den Ausgleich. Ich mag den Basti. Unglaublich unkoordinierter Laufstil, jedoch nicht minder engagiert. Herr Schachten ist ein Spieler, den man in so einem Spiel unbedingt aufstellen muss. Leidenschaft, rennen, fluchen, antreiben.
Positiv aufgefallen ist mir noch Marcel Halstenberg, der ein ums andere Mal mit wuchtigen Fernschüssen für Gefahr vorm Berliner Tor sorgte.
Die Stimmung an diesem (Scheiß)Montagabend war ok, ich habe eigentlich höhere Supportansprüche. Nur ein oder zweimal konnte man erahnen, wie laut die Gegengerade sein kann. Mehr davon!
Zum Ende wurde es recht laut, ich hatte das Gefühl, dass heute ein Großteil der Zuschauer unbedingt einen Heimsieg sehen will. Und Fin Bartels hat das wohl genauso gewollt, in der 88. (pfui!) Minute traf er ins Tor der Unioner und machte so den 2:1 Endstand perfekt.
Dem Menschen, der nach dem Ausgleich sein Bier über mir entleerte (und es war nicht in der Emotion des Torjubels, sondern bei Song 2), empfehle ich, sich beim nächsten Spiel nicht neben mich zu stellen und erneut sein Bier absichtlich durch die Luft zu werfen. Bist du ein Kosmonaut, oder hast du im Physikunterricht nicht aufgepasst? Schwerkraft ist das Stichwort! Du Hackbraten.
Irgendwann hatte ich genug vom Abfeiern der Mannschaft und ging noch kurz was essen und ein Bier trinken. Dann fuhr ich mit der Bahn direkt ins Bett.

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1 Antwort auf „FC St. Pauli vs. 1. FC Union Berlin 2:1“


  1. 1 Die unwahrscheinliche Serie – Teil 2: #FCSP gewinnt daheim gegen Union Berlin | KleinerTods FC St. Pauli Blog Pingback am 05. März 2014 um 18:31 Uhr
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