FC St. Pauli vs. SV Darmstadt 1898 0:1

Wir sind nach diesem Spiel 18. der Zweiten Bundesliga. Kaum verwunderlich. Die Einen entschuldigen die miserablen Leistungen mit dem großen Verletzungspech, die Anderen üben sich in Durchhalteparolen. Zu letztgenannten gehören Präsident, Spieler und Trainer. Wie lange will man noch auf Herzblut, rote Karten und verletzte Gegenspieler warten? Es muss etwas passieren ganz klar, aber seit etwa fünf Heimspielen habe ich die Hoffnung aufgegeben und erwarte nichts, wenn ich ins Stadion gehe. Mir wurde eine unerklärliche Ruhe diagnostiziert. Im Vergleich dazu musste ich vor oben genanntem Zeitraum regelmäßig besänftigt werden, um den Zaun nicht abzureißen, der das Publikum von den Spielern trennt.
Ich möchte keinen Alonso oder Robben (eigentlich doch), ich möchte nur, dass sich die werten Herren, die unsere Trikots regelmäßig nur anschwitzen, ihren Hintern aufreißen und zeigen, dass sie verstanden haben, worum es geht, wenn ich mehr Hass verlange. Manche Dröhnbüddels aus meinem Stehplatzumfeld haben das nämlich nicht verstanden.
Der Trainer darf sich gerne öffentlich echauffieren und nicht immer alles auf die verletzten eigentlich Stammspieler schieben. Es spricht Bände, dass auf der Ersatzbank am Sonntag drei Spieler aus der U23 saßen, aber wie bitteschön kann es sein, dass sich die halbe Mannschaft jede Woche neue Gebrechen abholt? Da darf man sich als sportliche Leitung dann auch mal gerne Gedanken machen, ob man als Trainer das richtige Programm ablaufen lässt. Auch wenn man Halbgott in Braun-Weiß ist.
Was ich ebenso wenig verstehen kann, sind die Rufe nach einem Heilsbringer in Gestalt von Deniz Naki. Klar, cooler Typ, durchschnittlich guter Spieler, aber nach seiner sportlichen Talfahrt nach seiner guten Zeit beim FC Sankt Pauli, halte ich diese Wunschverpflichtung noch nicht für sinnvoll.
Leider hat unser neuer Präsident dem Team um Rachid Azzouzi und Thomas Meggle scheinbar einen Freifahrtschein in die Niederungen des unterbezahlten Drittliga-Fußballs erteilt und fährt nach seiner gewonnen Wahl auf der vergangenen Jahreshauptversammlung im November Kuschelkurs mit einem Boot aus Seide.

Meine Gefühlslage lässt sich nicht wirklich klar definieren. Hass auf die Scheißegalhaltung eigentlich gestandener Profis, Fassungslosigkeit über Fehler wie gestern vorm 0:1 oder auch Vorfreude auf brisante Duelle gegen die Vereine aus der ostdeutschen Teilrepublik wechseln sich stetig ab und spielen das Lied vom Abstieg.

Mir ist gerade nach „Verein runterrocken, absteigen und nach fünf Jahren wieder in die Erste Bundesliga aufsteigen und Deutscher Meister werden“. Das würde mir schmecken.

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