FC St. Pauli vs. Karlsruher SC 0:2

Und manchmal verliert man dann auch mal wieder. Um von einer Serie nach zwei gewonnenen Spielen zu sprechen, war das eigentlich zu wenig, fühlte sich aber so an. Gestern haben wir einfach nicht das auspacken können, was in den letzten Spielen unser bestes Werkzeug war. Passsicherheit, Umschalten zu Defensive oder Offensive und Torhunger.
Die Mannschaft aus Karlsruhe hatte sich diese Attribute aber wohl von uns abgeguckt, bzw. funktionieren als Mannschaft ähnlich, sonst würden sie nicht so weit oben in der Tabelle stehen.

Nichtsdestotrotz bin ich mit dem Stand jetzt, also Tabellenstand, Zustand der Mannschaft und der Bindung Roland Vrabecs als Cheftrainer bis 2015, mehr als zufrieden. Die Mannschaft spielt einen mutigen Fußball, den ich zuletzt in den Aufstiegsjahren gesehen habe. Natürlich bleibt abzuwarten, ob dieses Tempo bis zu Saisonende durchgehalten werden kann, aber Punktgleichheit mit dem dritten Tabellenplatz ist schon dufte.
Ich bin ebenso zufrieden mit der Bindung Roland Vrabecs als Cheftrainer. Der Mann scheint die Mannschaft zu erreichen, gibt oftmals wichtige Impulse, sei es durch sein Auftreten an der Seitenlinie oder durch Einwechslungen.

Jetzt ist erstmal Winterpause und man kann sich neu ordnen und auf den Rest der Saison einstimmen. Bei wichtigen Themen gibt es Lebenszeichen, wenn es Unwichtiges zu berichten gibt, vielleicht auch.
Weitermachen!

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1. FC Kaiserslautern vs. FC St. Pauli 4:1

Endlich habe ich es geschafft. Endlich gibt es mal wieder einen Bericht und ich war in Kaiserslautern. Bis zum Vorabend blieb es ungemein spannend, ob ich wirklich fahren kann. Mein Körper war der Meinung, er müsste krank werden und so bedurfte es einer Menge Ekeltee, um die Viren, oder was da so rumkreuchte, in die Knie zu zwingen.
Per ICE ging es frühmorgens in die Pfalz. Gemütlich, nette Leute um mich und meine Mitreisenden herum. Das einzig Seltsame an ICE-Fahrten zu Auswärtsspielen ist die Orientierungslosigkeit. Im Gegensatz zu Regionalbahntouren wusste ich nie, wo wir uns befanden. Man ballert mit 220 km/h durch dieses skurrile Land und ist innerhalb von 4,5 Stunden in Mannheim.
Vom Bahnhof aus nahmen wir den Weg auf den Betzenberg per pedes auf uns. Schlechte Idee. Es geht wirklich sportlich steil bergauf, das Schlimmste waren allerdings die letzten Treppen zum Gästeblock. Gefühlte 765 Stufen, dazu Raucherlunge und Schlafmangel. Sportiv sieht anders aus.
Im Stadion dann der nächste Aufreger. Bezahlkarte, 60 Cent zuwenig für eine Bratwurst. „Kann ich auch bar nachzahlen?“–“Ja, wenn Sie Ihre Karte erneut aufladen.“ Himmel, Arsch und Zwirn, 60 Cent!!! Dann eben nur Bier. Was für ein Ärger.
Das Spiel? Fand ich von unserer Seite gut, leider war die Innenverteidigung nicht sonderlich wach und an Tschauners Verantwortlichkeit für drei der vier Gegentore scheiden sich auch die Kritiken. Gefreut hat mich, dass Jan-Philipp Kalla nun seit zwei oder drei Spielen seine Sache als einer von zwei Sechsern auf dem Feld wirklich gut spielt. Dass er dann auch noch trifft, hat mich nochmal doppelt gefreut und ich sah meine oft positive Sichtweise der einzigen Schnecke in Fußballschuhen bestätigt.
Das Stadion an sich finde ich recht sympathisch, steile Tribünen, enge Bauweise. Was mich jedoch negativ überraschte, war der Stehplatzbereich und die dort beheimateten Fans der Heimmannschaft. Ziemlich leise, nur bei den Toren konnte ich die Westkurve (?) vernehmen. Und dann noch das beknackte Taschentuchgewedel. Naja, aus unserem Block durften sich die Fans vom 1.FCK dann ein gediegenes „You only sing when you‘re winning“ anhören. Vollkommen zurecht, und scheinbar muss es angekommen sein, so leise wie der Heimblock war.
Die Rückfahrt brachte zwei neue Spitznamen hervor, Waschbecken-Torsten und Mittelfinger-Murat. Über alle weiteren Geschehnisse der Rückfahrt hülle ich den Mantel des Schweigens. Oder die Kutte des Schweigens?
Bleibt dran, wir knacken hier bald die 10.000 Klicks. Find‘ ich gut.

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Mobilisierung. Alle hin da!

25.​10. So­li­da­ri­täts­de­mo für „Lam­pe­du­sa in Ham­burg“ – Come on St. Pauli!

Liebe Sankt Pau­lia­ner*innen,

nach dem Spiel gegen Sand­hau­sen am 25. Ok­to­ber wol­len wir uns tref­fen, um zu zei­gen, dass St. Pauli hin­ter den Ge­flüch­te­ten der Grup­pe „Lam­pe­du­sa in Ham­burg“ steht. Um 20.​30 Uhr ver­sam­meln wir uns daher auf dem Ha­rald-​Sten­der-​Platz vor der Süd­kur­ve, um von dort ge­mein­sam zur St.-​Pau­li-​Kir­che zu zie­hen.

Viele Fans des FC St. Pauli und Men­schen aus dem Vier­tel haben sich in den letz­ten Mo­na­ten aktiv mit den rund 300 Ge­flüch­te­ten der Grup­pe „Lam­pe­du­sa in Ham­burg“ so­li­da­ri­siert. Mit un­zäh­li­gen Ak­tio­nen kämpf­ten und kämp­fen Leute aus ganz Ham­burg für eine men­schen­wür­di­ge Per­spek­ti­ve. Doch der Ham­bur­ger Senat igno­rier­te die Ge­flüch­te­ten und die brei­te So­li­da­ri­täts­be­we­gung!

Doch nun re­agiert der Senat – und geht zu einem of­fe­nen An­griff über!

Er drang­sa­liert die Ge­flüch­te­ten seit Tagen mit einer ras­sis­ti­schen Hetz­jagd, um ihre Ab­schie­bung in die Wege zu lei­ten. Of­fen­bar hat die re­gie­ren­de SPD um Olaf Scholz Schiss be­kom­men, weil große Teile der Be­völ­ke­rung nicht weg­schau­en, son­dern den Be­trof­fe­nen den Rü­cken stär­ken. Des­we­gen setzt der Senat jetzt auf Law & Order und Ab­schie­bung unter dem Ban­ner der Rechts­staat­lich­keit und dem zy­ni­schen Vor­wand, Hilfe zu ge­wäh­ren.

Ge­mein­sam Flag­ge zei­gen gegen die ras­sis­ti­sche Hetze!

Wir wer­den das nicht ak­zep­tie­ren und un­se­rer­seits den Druck er­hö­hen. Zei­gen wir dem men­schen­ver­ach­ten­den Senat, dass wir mehr sind! Des­we­gen wol­len wir nach dem Spiel mit vie­len auf die Stra­ße gehen. Wir wer­den uns dabei nicht pro­vo­zie­ren las­sen, damit die Si­cher­heit der Ge­flüch­te­ten auf der De­mons­tra­ti­on nicht ge­fähr­det wird.

Am Sams­tag (26. Ok­to­ber) ver­an­stal­ten zudem meh­re­re Grup­pen aus dem Um­feld des FC St. Pauli den „In­ter­na­tio­nal Re­fu­gee Sum­mit“, an dem neben „Lam­pe­du­sa in Ham­burg“ auch Grup­pen aus Eng­land und Schott­land teil­neh­men. Treff­punk­te: 11 Uhr St. Pau­li-​Kir­che, 12 Uhr Fan­räu­me im Mil­l­ern­tor­sta­di­on.

Wir rufen eben­falls zur Teil­nah­me an der bun­des­wei­ten Demo von „Lam­pe­du­sa in Ham­burg“ am 2. No­vem­ber (14 Uhr / Haupt­bahn­hof) auf!

Kein Mensch ist il­le­gal!

******SO­LI­DA­RI­TÄTS­DE­MO VON FAN­SZE­NE UND STADT­TEIL­IN­ITIA­TI­VEN******
******LAM­PE­DU­SA IN HAM­BURG – „WE ARE HERE TO STAY!“******

Frei­tag, 25. Ok­to­ber 2013 20.​30 Uhr / Ha­rald-​Sten­der-​Platz vor der Süd­kur­ve (Bu­da­pes­ter Str.)

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Pflanzen brauchen Wasser zum Wachsen.

Weil es nun schon seit einiger Zeit kaum noch Spielberichte von mir gibt, möchte ich die kleinen Funken der Motivation nutzen und einige allgemeine Zeilen zur aktuellen Situation der Profifußballmannschaft des FC Sankt Pauli schreiben.
In meiner Wahrnehmung haben wir uns ziemlich bescheiden auf Platz vier in der Tabelle der 2. Bundesliga geschoben. Bescheiden meint nicht bescheidene Spiele, sondern eher heimlich, still und leise. Für mich hat Michael Frontzeck daran großen Anteil, denn er setzt auf die Entwicklung einer Mannschaft, die oft schon sehr gute Ansätze zeigt. Mir als Laien in Sachen Taktik und System fallen sogar einige Aspekte ein.
Offensiv haben wir großes Potenzial, mit Buchtmann, Bartels, Rzatkowski und Thy stehen vier Spieler bei uns unter Vertrag, die als junge Talente geholt wurden, mittlerweile aber feste Säulen in der Mannschaft sind. Diese Spieler bereiten mir Freude, weil sie auch nach Fehlpässen nicht aufgeben, sondern noch die letzten Meter dem Ball entgegen laufen, auch wenn er offensichtlich ins Seitenaus rollt. Sie arbeiten gegen den Ball, sobald die gegnerische Mannschaft versucht ihr Offensivspiel aufzuziehen. Diese unterstützende Arbeit hilft der gesamten Mannschaft, die Räume zuzustellen, die Gegenspieler ins Leere laufen zu lassen und den Ball zu erobern. Natürlich ist noch nicht alles perfekt, was auf dem Platz zu sehen ist, aber eines kann man den jungen Spielern nicht absprechen. Den Willen und das Herzblut. Ich habe ein gutes Gefühl dabei, dieser jungen Mannschaft Zeit zu geben. Auch wenn ich während eines Spiels oftmals lautstark herumpoltere. Ich kann die Kritik einiger Hobbytrainer an Michael Frontzeck nicht nachvollziehen. Es wächst etwas Großes heran, das braucht Zeit. Um später langfristigen Erfolg zu haben, sich möglicherweise in der 1. Bundesliga festzusetzen oder mindestens dauerhaft um den Aufstieg in die Beletage des Fußballs mitzuspielen. Die sogar nach soliden (gewonnenen) Spielen aufkeimende Kritik an Spielern und Trainer ist oftmals überzogen und nicht gerechtfertigt. Wir sind nun mal nicht Barcelona, Manchester City oder Real Madrid. Wir machen aus unseren Möglichkeiten oft das Beste, das muss man einfach einsehen. Wem das nicht reicht, sollte seinen Anspruch doch bitte mal überdenken und im besten Falle neu ausrichten.
Voran Sankt Pauli.

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FC St. Pauli vs. FSV Frankfurt 2:1

Frühmorgens aus dem Bett, um zum Fußball zu gehen. So hat die Woche dann sechs Tage an denen ich zu einer Zeit aufstehen muss, zu der andere nach Hause kommen. Aus dem Alter bin ich zum Glück nahezu gänzlich raus. Und um Ermüdungerscheinungen gewissenhaft zu begegnen, begleitet mich ein ganz besonderer Mensch. Seit langer Zeit mal wieder und es war unglaublich intensiv.

Vorm Spiel wurde der geplante Ablauf mit müdem Blick, aber wachem Herzen begangen, also die verschiedenen Stationen, damit nichts den Heimsieg gefährdet. Bei aufkommendem Sonnenschein lungerten wir mit gewächsaffinen Menschen vor den Räumlichkeiten der neuen Gegengeraden herum. Ich wurde ungeduldig. Nur noch 45 Minuten bis zum Einlass. Wir kommen bestimmt zu spät zum Anpfiff!
Nach und nach treffen immer mehr nette Menschen ein und freuen sich über meine Begleitung. Yay!

Zu Beginn des Spiels stehen wir mal wieder knöcheltief in Konfetti, die Südkurve zaubert eine wunderschöne Choreografie und ich hab richtig Bock auf das Spiel.
Furioser Beginn, kaum kann ich wieder durch die Konfettifontänen blicken, führen wir 1:0. Großes Kino! Im weiteren Spielverlauf haben die Bornheimer einige Chancen zum Ausgleich, weil wir uns verdammt nochmal nicht befreien können. Und das bei eigener Führung. Naja, that’s Sankt Pauli, das ist Liebe. Zum Glück sieht Herr Tschauner das genau so und verhindert den Ausgleich. Irgendwann führen wir mit noch einem Tor, die Frankfurter schießen auch noch eins, weil wir in unserem Fünfmeterraum Kinderbodenturnen abliefern, anstatt aggressiv schon vor dem Sechzehnmeterraum zu verteidigen. Und irgendwie retten wir das Ding über die Zeit, kein schönes Spiel, aber wichtig und nötig, zu gewinnen. Beim späteren Blick auf die Tabelle haben wir in etwa sieben Plätze gut gemacht und finden uns mitten im Aufstiegsrennen wieder. Nee, nicht wirklich.

Nach dem Spiel setzt Regen ein, irgendwie schön. Bier, Handball, S-Bahn heißen die nächsten Events und so bin ich um 21 Uhr zuhause. Angenehm. Ist ja auch nix mehr los mit den alten Menschen.

Der kurze Bericht fiel kürzer aus als geplant, aber mal ehrlich, irgendwann muss ich mich ja auch mal um meine Altersvorsorge kümmern. Prost.

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Rundumschlag.

Für einen oder gar mehrere Spielberichte aus den letzten Wochen inklusive Pokalspiel fehlte mir schlicht und ergreifend die Zeit und öfter auch mal die Motivation. Da ich mich aber vom Internet und den Blogkolleg*innen nicht lumpen lassen will, versuche ich einen Umriss der vergangenen Spieltage.

Münster. Pokalaus, grottiges Spiel, nur am TV verfolgt, daher kein ausführlicher Bericht. Eigentlich hatte ich vor, nach Münster zu fahren, dieses Vorhaben fiel aber der längeren Tour nach Karlsruhe zum Opfer.

Bielefeld. Heimspiel. Heimniederlage, vor Ort. Teils grauselig, teils ansehnlich. Und ein Schiedsrichter, der wohl der Kartenhauskonstrukteurs- Zunft entspross. Blöder Tag, gegen die Über-Hools von Bödefeld gab es auch kein Bier. Deswegen, und nur deswegen gehe ich zum Fußball. Damit ich in Foren über bierfreie Spiele meckern kann. Wenigstens kann man Verbote auch ignorieren, indem man sie komplett sprengt. Schnaps im Stadion. Geh‘ mal Cola holen.

Bochum. Auswärtsspiel. Endlich jemand, der wie ein Stürmer auftritt, nicht für zwei Monate ausgeliehen ist und trotzdem doppelt trifft. Schönes Spiel, Harburg Downtown, 40qm Leinwand und Nordkurven Pöbel Rentner. Unentschieden, aber tolles Spiel. Nur: Äh, Herr Tschauner? Egal, Kiosk- Suff im Anschluss und Hartz-IV Diskussionen mit eingefleischten Sozialpädagogik-Studenten machten den Abend grandios.

Vor uns liegt Dresden an einem Montag, zuhause. Aus Dresden kamen schon Karten zurück, Mitgliederschwund bei der Elbkaida (Darf man das schreiben, oder kommt gleich der/die/das NSA um die Ecke)? Dresden beurlaubte den Cheftrainer, also wären wir wohl mal wieder als Aufbaugegner fällig. Dagegen erhebe ich mein Veto und sage, wir gewinnen 3:0. Zwei mal Verhoek, einmal Kalla.
Bis dann.

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Karlsruher SC vs. FC St. Pauli 0:0

Nach dem Auftaktsieg letzte Woche gegen die Löwenbabies aus Giesing stand nun eine Reise nach Baden-Württemberg zum Karlsruher SC an. Wieder einmal relativ spontan wurde mir die Ehre zu teil, einen Busplatz eines Freundes zu nutzen, der selbst nicht fahren konnte. Eine Eintrittskarte zu erhalten war wie fast immer kein Problem und so begab ich mich Freitagnacht auf den Weg über die Autobahnen Deutschlands in den Süden der Republik. Du wirst dir ein gelangweiltes Schulterzucken nicht verkneifen können, sofern du vor etwa einem Jahr an gleicher Stelle den Bericht vom Spiel gegen den Offenburger FV gelesen hast. Wieder ging es an einen Badesee. Wunderschön, hellblaue Wasserfarbe (oder wie man die Reflektion des Sonnenlichts auf dem Seegrund beschreiben soll), kühle Wassertemperatur bei morgens um 10.00 Uhr 34°C und zu guter Letzt ein sehr attraktives Bergpanorama.

Vorm Stadion noch Karte(n) (sorry, C. T.) vermittelt, und dann erstmal was für den Elektrolythaushalt getan. Cola, Nackensteak und viiiiel Wasser. Die Rahmenbedingungen im sehr nostalgischen Wildparkstadion: 46°C auf dem Rasen, Wassersprenger, Feuerwehrschläuche und alle zehn Minuten eine Dusche der örtlichen Feuerwehr. Ich war immer gut durchnässt und das Wasser war kühl, aber aufgrund der ultra-violetten Strahlen (nein, es gibt keine Fansfreundschaft zu Osnabrück) zum nächsten Wässern nahezu gänzlich getrocknet.

Die Spieler beider Mannschaften sahen sich noch extremeren Bedingungen ausgesetzt. Sie mussten versuchen, jeweils einen Schritt schneller als der Gegner zu sein, den Ball ins Tor drücken und nebenbei nur zwei Mal pro Halbzeit eine Trinkpause zu genießen.
Beim FC St. Pauli lief übers gesamte Spiel wenig zusammen, man merkte, dass das Team noch nicht lange genug zusammenspielt. Laufwege müssen noch intensiver eingeübt und -gehalten werden, es muss mehr untereinander kommuniziert werden und von mir aus dürfen sich die Spieler auch bei derartig hohen Temperaturen etwas offensiver präsentieren. Bis zum 16-Meterraum des KSC sah alles in Ordnung bis durchwachsen aus, dann aber fehlte es an Abstimmung und der Durchschlagskraft. Positive Ansätze konnte ich bei unserem Mittelfeldspieler Rzatkowksi und beim neuen Stürmer Verhoek erkennen. Rzatkowski in meinen Augen sehr quirlig, technisch stark, leider noch ohne das nötige Glück. Verhoek war nach seiner Einwechslung recht präsent, oftmals gesucht, leider seltener gefunden, da er keine vernünftigen Anspiele bekam. Ihm ist es zu verdanken, dass die Drangphase der Karlsruher in den letzten 20 Minuten nicht zum Torerfolg führte. Verhoek hat den Ball sicher im Sturm gehalten und ihn mit großer Übersicht verteilt. Nicht zuletzt hat auch unser Torwart Tschauner seinen Teil zum Punktgewinn beigetragen. Mit einigen wachen Aktionen hielt er sein Tor sauber. Endstand also 0:0.

Zurück ging es dann recht hurtig wieder mit dem Bus, zu Hause war ich trotzdem erst nach insgesamt 20 Stunden Fahrt und Fußball. Ich bin noch ziemlich fertig, aber schon weiß ich, dass ich die nächste weite Tour ziemlich sicher machen werde.

Nächste Woche wird sich zeigen, wie wir dieses Jahr im Pokal aufspielen, es geht nach Münster, aber aufgrund der ungünstigen Anstoßzeit kommt das Pokalspiel des FC St. Pauli bei Preußen Münster per Livestream zu mir ins Wohnzimmer.

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Und wieder keinen Style, Sankt Pauli.

Relentless ist nun also der neue Hauptsponsor, genauer gesagt Coca-Cola. Der umstrittene Konzern, Stichwort Arbeitnehmerumgang in Südamerika und sonstige Finessen des modernen Kapitalismus, engagiert sich für ein Jahr plus Option beim FC St. Pauli.Die Vereinsoffiziellen bauen so regelmäßig Scheiße, dass es mich fast schon langweilt. Jedes Jahr wird der Kult noch weiter vermarktet und ausgelutscht. Solange dies so geht, solange muss sich die Vereinführung auch nicht über hoffentlich weitere Jolly Rouge Proteste wundern.
Die Meinung des Autorenkollektivs ist von „Scheißegal“ bis „Muss nicht sein“ kunterbunt ausgeprägt. Scheißegal, weil nahezu jedes Unternehmen, welches heutzutage Global Player ist, seine Umsätze nicht mit sozialer Verträglichkeit und Nachhaltigkeit erzielt, sondern mit einfachen Werkzeugen der Gewinnmaximierung und die sind garantiert nicht politisch korrekt. Aus diesen Gründen irgendwie auch „Muss nicht sein“, aber man hat sich ja fast schon an das inhaltsleere Geblubber des Präsidiums und der Geschäftsführung des jeweiligen Unternehmens gewöhnt. „Pauli ist so kultig und wir sind ja Pioniere auf dem Markt und deswegen passen wir so gut zusammen“ ist die Regel bei der Vorstellung von neuen Sponsoren.
Davon abgesehen sehen die neuen Trikots mit der neuen Brustbeflockung einfach nur billig aus, wie ein Metalshirt mit schlechten Tribals, zu erwerben bei irgendwelchen Klamotten-Discountern.

Ach, beim FC St. Pauli geht es auch um Sport?

Die Hoffnung liegt nun in dem Start der neuen Saison, die morgen beginnt. Freitag, 20.30 Uhr, Flutlicht. Die Spannung steigt, nicht nur des Sports wegen, nein, amrandedesdorfes versucht sich im Tapetenwechsel und ist zumindest für diese Saison auf der nun nicht mehr ganz so neuen Gegengeraden anzutreffen. Das Spieltagsdrumherum muss unbedingt zelebriert werden, zu lang war die Durststrecke, im wahrsten Sinne des Wortes. Also, man ist dementsprechend nervös, wird dafür Kopfschütteln ernten, sich aber davon unbeirrt auf den Weg machen. Auf den Weg ins Stadion und auf den Weg in eine spannende Saison.

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Von der Möglichkeit, die Sommerpause herbeizusehnen.

Morgen Nachmittag ist die Saison 2012/2013 vorbei. Der Klassenerhalt wurde letzte Woche mit einem scheinbar furiosen 5:1 gegen den Braunschweiger Turn-und Sportverein klar gemacht, da man zuvor gegen den MSV Duisburg nur ein 0:0 erspielte.
Der Tag des Klassenerhalts begann für den Autor dieser Zeilen bereits einen Tag früher als geplant, da komplett auf Schlaf verzichtet, daher aber ausreichend Getränke konsumiert wurden. Man begab sich also wie im Vorjahr auf einen schwimmbaren Untersatz, diesmal aber ohne herbeifantasierte Kaperversuche der Waschpo. Für die Fahrt einen großen Dank an die entsprechenden Fanclubs.

Und irgendwie muss ich den Bogen zur Überschrift spannen und damit auch den Sinn dieses womöglich vorerst letzten Beitrags vor der Sommerpause herstellen. Ich habe mich nicht um eine Karte für die eigentlich immer besonders entspannte und großartige Sonderzugfahrt zum Saisonabschluss bemüht, obwohl im Vorfeld eigentlich eine Reise in die Pfalz geplant war. Dies aus zweierlei Gründen: Zum Einen konnte es in Kaiserslautern für uns um den endgültigen Verbleib in der 2. Liga gehen, und da wir in Kaiserslautern immer schlecht aussahen, wollte ich mir diese Dramatik nicht entgehen lassen (Masochists like it auswärts.) Zum Anderen war ich noch nie in dieser ländlichen Gegend auf dem Betzenberg. Ein weniger kräftiges Argument war, dass ich unbedingt Feldforschung betreiben wollte, da man den Bewohnern dieser Region nachsagt, einen Stammbaum in Form eines Kreises aufrecht zu erhalten.
Naja, wie du siehst, waren nach dem 33. Spieltag und dem Sieg gegen Braunschweig oben erörterte Argumente ausreichend entkräftet und ich legte keinerlei Wert auf eine Fahr- und Eintrittskarte. Nun durfte ich aber im Verlaufe des heutigen Tages beobachten, wie mehr und mehr Karten für das letzte Spiel dieser Saison angeboten wurden. Normalerweise setzt dies bei mir eine Art Energieschub frei und ich suche so lange nach einer Karte (siehe Union Berlin auswärts), bis ich Besitzer einer solchen bin. Es trat eine bis dato unbekannte Unlust zu Tage, mich in einem nach Bier, Schnaps, Krautrauch und anderen Düften einer Fußballfanszene riechenden Blechrolle in die Pfalz zu bewegen. Auf die halbherzigen Versuche eines Blogkollegen, nun doch nach Kaiserslautern zu gondeln, reagierte ich mit einem „Die Luft ist raus“ und wünschte viel Spaß.
Ich habe keine Lust auf eine Mannschaft, die sich aus zusammengewürfelten Leihspielern zusammensetzt und eine Vereinsführung, deren Kommunikationsverhalten exorbitant zu wünschen übrig lässt. Da muss in der Sommerpause Einiges passieren. Im sportlichen Bereich findet bereits ein Umbruch statt, es wird vorwiegend auf mindestens Zwei-Jahres-Verträge gesetzt. Bisher wurde noch kein Leihspieler in die Mannschaft geholt. Finde ich gut.
Wie jedes Jahr stelle ich auch die Überlegung an, ob ich den Bereich im Stadion wechseln soll. Dies wird hier aber aus Datenschutzgründen nicht ausgeführt. Neuigkeiten werden jedoch verkündet.

Zu gegebenem Anlass melde ich mich aus dem realen Leben zurück. Danke für die Kommentare, die Pingbacks, die Verteilungen in den sozialen Netzwerken, der Mundpropaganda undundund.

Auf Wiederlesen.

PS: Ab 10.000 Klicks gibt es eine eigene Facebookseite. Also, wissta Bescheid.

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FC St. Pauli vs. Hertha BSC Berlin 2:3

Hertha stand im Vorfeld der heutigen Partie bereits als Aufsteiger und damit Rückkehrer in die 1. Bundesliga fest. Nicht wenige Menschen in meinem Umfeld hegten die Hoffnung, dass die Spieler des Berliner Sportclubs noch mit einem ordentlichen Kater vom Feiern bei uns antreten und uns so die zum Klassenerhalt notwendigen drei Punkte in Hamburg lassen würden. Ich hatte da eine andere Vermutung. Hertha konnte entspannt aufspielen, knapp 3000 Fans aus der Hauptstadt (warum auch immer?!) begleiteten die angeblich noch im Delirium dahin gammelnden Hertha-Profis.
Scheinbar waren die Spieler in den nicht wirklich ästhetischen braunen Traumtrikots noch viel tiefer im Delirium. Bezüglich Traumtrikot: Ihr kennt meinen Standpunkt, ich bin Ästhet.
Hertha spielte tatsächlich entspannt, locker, aber eben auch mit der nötigen Kontrolle und einer überragenden taktischen Disziplin. Damit kamen die Spieler des FC St. Pauli augenscheinlich überhaupt nicht zurecht und waren komplett überfordert und verunsichert. Ich schwelgte schon in Erinnerungen an eine der letzten ziemlich grottigen Saisons in der zweiten Liga, aber das was ich heute zu sehen bekam, war teilweise noch schwächer. Kein Ball kommt an, falls doch, nur durch Zufall und wird aber nach höchstens zwei Kontakten wieder hergegeben. So geht man also mit einem 0:1 Rückstand in die Halbzeitpause.
Nach der Pause war Attacke angesagt. Auch wenn sich unsere Spieler bemühten, so richtig Blut geleckt hatte niemand der Sportmaschinen. Dann irgendwie war das nicht-so-richtig-Blut-geleckt-haben aber auch doch wieder genug und so gingen wir mit 2:1 in Führung. Und das fünf Minuten vor Schluss. Eigentlich locker runterzuspielen, aber die Mannschaft aus Berlin hatte was dagegen und drehte das Gegurke noch zu einem 2:3 aus Braun-Weißer Sicht.
Nach dem Spiel traf ich ausschließlich fassungslose und traurige Menschen. Die Sonne schien auch über uns zu lachen, großartiges Frühlingswetter, und am AFM-Container lief gute Musik sowie Bier. Ich schloss mich noch kurz der Demo für den Erhalt der Essohäuser an, um quatschender Weise durch die engen Straßen des Viertels zu schlurfen. Insemiddeloftheviddel machte ich dann los Richtung S-Bahn und HamburgSüd.
Mehr Hass. Sonst Liga 3.

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